Preis statt Lockangebot

Was kostet eine Wärmepumpe wirklich? Ein Projekt mit ehrlichen Zahlen.

Auf der letzten Seite des Angebots steht 38.899,96 Euro. Diese Zahl zieht den Blick an. Ob sie teuer, günstig oder überhaupt vergleichbar ist, entscheidet sich jedoch auf den Seiten davor: bei Planung, Hydraulik, Elektro, Fundament, Demontage und den bewusst offen ausgewiesenen Risiken.

Der belastbare Preis einer Wärmepumpe entsteht erst aus dem vollständigen Projektumfang. Unser anonymisiertes Orientierungsprojekt für ein Bestands-Einfamilienhaus lag bei 38.899,96 Euro brutto; nach der im Projekt angenommenen Förderung verblieben rechnerisch 26.019,96 Euro.

38.899,96 Euro – und was diese Zahl noch nicht erzählt

Die anonymisierte Projektmappe beschreibt ein Bestands-Einfamilienhaus mit Gasheizung und Heizkörpern. Aus dem Wunsch nach einer neuen Heizung wird darin Schritt für Schritt ein Gesamtprojekt: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Ausbau der Altanlage, hydraulische Arbeiten, Elektro, Fundament und Inbetriebnahme.

  • Orientierter Gesamtprojektpreis: 38.899,96 Euro brutto
  • angenommene förderfähige Kosten: maximal 28.000 Euro
  • angenommener Fördersatz: 46 Prozent
  • rechnerischer Zuschuss: 12.880 Euro
  • rechnerischer Eigenanteil nach Förderung: 26.019,96 Euro

Das ist kein allgemeiner Festpreis und keine Förderzusage. Gebäude, Leistungsumfang, Antragsteller und Förderbedingungen unterscheiden sich. Das Beispiel zeigt, wie wir Zahlen transparent zusammenführen.

Wichtige Einordnung
Grafik

Projektpreis, Kostenbasis und Zuschuss sind verschiedene Größen.

Das reale Beispiel zeigt, warum ein Fördersatz nicht einfach vom Gesamtpreis abgezogen wird.

Einordnung: Anonymisiertes Miro-Beispielprojekt. Keine allgemeine Preisangabe und keine Förderzusage; Regelstand und persönliche Voraussetzungen sind projektbezogen zu prüfen.

Was zwischen Außengerät und fertigem Projekt liegt

Billige Vergleichspreise enthalten häufig nur das Kernprodukt oder einen Standardumfang. Später kommen Positionen hinzu, die von Anfang an absehbar waren. Wir beschreiben daher nicht nur die Summe, sondern auch ihre Grenzen.

  • technische Planung, Dimensionierung und Dokumentation
  • Außen- und Inneneinheit sowie notwendige Speicher- und Regelungstechnik
  • hydraulische Einbindung, Demontage und Entsorgung der Altanlage
  • Fundament, Leitungswege und Kondensatführung
  • Elektroarbeiten und Abstimmung der Gewerke
  • Inbetriebnahme, Einweisung und hydraulischer Abgleich

Offene Risiken sind ehrlicher als ein künstlich glatter Preis

Transparenz bedeutet auch, Unbekanntes nicht in einer Pauschale zu verstecken. Eine Öltankentsorgung, lange Leitungswege, umfangreiche Erdarbeiten, eine neue Elektroverteilung oder zusätzliche Heizkörper können den Umfang verändern.

Solche Punkte sollten vor Auftrag entweder geklärt, als Option ausgewiesen oder mit einer nachvollziehbaren Annahme versehen werden. So lässt sich später unterscheiden, ob sich das Projekt geändert hat oder ob eine Position lediglich vergessen wurde.

Im Beispiel wurden 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus auf den damaligen Förderhöchstbetrag von 28.000 Euro angesetzt. Ob diese Annahme für ein anderes Projekt gilt, hängt unter anderem von Eigentum, Selbstnutzung, Altanlage, Einkommen und Antragstermin ab.

Maßgeblich sind immer die zum Antrag geltenden KfW-Bedingungen und die individuelle Förderentscheidung. Projektpreis, Förderannahme und Eigenanteil stehen aus diesem Grund getrennt nebeneinander.

Wenn aus Annahmen Euro pro Jahr werden

Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung hängt von Wärmebedarf, Strompreis, Wärmepumpeneffizienz, Wartung, Finanzierung und der Preisentwicklung des bisherigen Energieträgers ab. Auch ohnehin anstehende Kosten für einen neuen fossilen Kessel gehören in einen fairen Vergleich.

Mich stört an vielen Amortisationsversprechen, dass sie eine lange Zukunft in eine einzige glatte Zahl pressen. Wir zeigen deshalb Annahmen und Szenarien. Im genannten Projekt ergab die Orientierung bei den verwendeten Annahmen eine Größenordnung von rund zehn Jahren. Das ist eine nachvollziehbare Momentaufnahme, keine Garantie.

Für eine erste Energiebilanz wird der jährliche Wärmebedarf durch die erwartete System-JAZ geteilt. Aus 18.000 kWh Wärme würden bei einer System-JAZ von 3,0 rechnerisch 6.000 kWh Strom, bei 4,0 dagegen 4.500 kWh. Das Beispiel zeigt die Sensitivität – nicht den Verbrauch eines konkreten Hauses.

Zur Rechnung gehören außerdem Grundpreis, Wärmepumpentarif oder Haushaltsstrom, Netzentgelte nach § 14a EnWG, Wartung, Finanzierung und Ersatzinvestitionen. Für den Vergleich mit Gas oder Öl muss der bisherige Nutzungsgrad berücksichtigt werden: Brennstoffverbrauch und tatsächlich nutzbare Wärme sind nicht identisch. Die 38.899,96 Euro bleiben eine große Zahl. Vertrauen entsteht nicht dadurch, sie kleinzureden, sondern indem sichtbar wird, was sie umfasst, welche Förderung nur angenommen ist und welche Unsicherheiten nicht im Kleingedruckten verschwinden.

  • Wärmebedarf als Bandbreite statt Scheingenauigkeit ansetzen
  • System-JAZ und Bilanzgrenze offen benennen
  • mehrere Strom- und Brennstoffpreisszenarien rechnen
  • ohnehin notwendige Ersatzinvestitionen fair gegenüberstellen
  • Förderung getrennt von Preis und Betriebskosten ausweisen

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu diesem Thema.

Warum nennt Miro keinen einheitlichen Wärmepumpenpreis?

Weil Gebäudesituation, Leistung, Leitungswege, Elektroarbeiten und notwendige Nebenarbeiten den Projektumfang bestimmen. Ein pauschaler Gerätepreis wäre nicht mit einem vollständigen Angebot vergleichbar.

Ist die Förderung bereits im Angebot abgezogen?

Wir stellen Projektpreis und mögliche Förderung getrennt dar. Der Zuschuss wird von der KfW entschieden und ist keine Preisreduzierung durch den Fachbetrieb.

Kann Miro einen verbindlichen Gesamtpreis anbieten?

Nach ausreichender Bestandsaufnahme und Klärung der Schnittstellen können die vereinbarten Leistungen klar und belastbar angeboten werden. Nicht abschließend prüfbare Punkte werden transparent als Annahme oder Option ausgewiesen.

Quellen und fachliche Grundlage

Eigene Projekterfahrung von Miro Heizung & Sanitär, ergänzt um folgende öffentlich zugängliche Fachquellen:

  1. Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) · KfW
  2. WP-QS im Bestand: Feldmessungen und Qualitätssicherung · Fraunhofer ISE
  3. Schlussbericht WP-QS im Bestand · Fraunhofer ISE
  4. Aktuelle Informationen zur Heizungsförderung · KfW

Redaktioneller Hinweis: Der Artikel dient der allgemeinen Orientierung. Gebäude, Förderung und technische Anforderungen werden vor einer Umsetzung projektbezogen geprüft.

Vom Fachwissen zum konkreten Gebäude

Was bedeutet das für Ihr Projekt?

Kein Ratgeber kennt Ihr Haus. Wir ordnen Gebäudedaten, offene Fragen und den sinnvollsten nächsten Schritt persönlich ein.

Innerhalb von 48 Stunden erhalten Sie eine persönliche und ehrliche Ersteinschätzung.